Viel mehr als bei Teamsportarten muss beim Tennis jede Spielerin stets über sich hinaus wachsen, um mit den Großen mithalten zu können. Gewinnen ist aber nicht der einzige Weg, um sich in diesem Sport einen Namen zu machen. Ein Moment kann reichen, um in die Geschichtsbücher einzugehen.

 

Egal ob einzelner Geniestreich, denkwürdige Partie oder grandiose Siegesserie, manche Damen stellten in der Vergangenheit neue Bestmarken auf, die teilweise seit Jahrzehnten unerreicht sind. Wir zeigen euch die außergewöhnlichsten Rekorde der WTA-Geschichte.

Der schnellste Aufschlag                 

Diesem Aufschlag geht man besser aus dem Weg: Am 30. Juli 2014 traf Sabine Lisicki in der ersten Runde der WTA Stanford auf die Serbin Ana Ivanović. Zwar musste die Deutsche sich nach zwei Sätzen geschlagen geben, aber immerhin stellte sie einen neuen Rekord für den schnellsten Aufschlag in der Geschichte der WTA auf. Mit 210,8 km/h schlug sie das Spielgerät über das Netz.

Das kürzeste Grand-Slam-Finale

Gut möglich, dass viele Fans es sich am 4. Juni 1988 im Stade Roland Garros gerade erst gemütlich gemacht hatten, da war das Match auch schon wieder vorbei. Im Finale der French Open ließ Steffi Graf der 17-jährigen Natallja Swerawa keine Chance. Mit 6:0 und 6:0 kürte sich die Deutsche nach zwei Sätzen innerhalb von 32 Minuten zum Champion. Es ist bis heute das kürzeste Finale eines Grand Slams in der Geschichte des Tennis.

 

Das Beste von Steffi Graf

Das längste Match in einem Grand Slam

Dass es auch ganz anders laufen kann, bewiesen Francesca Schiavone und Swetlana Kusnezowa im Achtelfinale der Australian Open 2011. Nach kräftezehrenden vier Stunden und 44 Minuten triumphierte die italienische Schiavone schließlich gegen ihr russisches Pendant mit 6:4, 1:6 und 16:14. Im Viertelfinale war dann aber auch für sie Schluss.

Die meisten Doppelfehler in einem Match

Einen unrühmlichen, aber bis heute ungeschlagenen Rekord stellte der russische Tennisstar Anna Kurnikowa bei der Australian Open 1999 auf. Als sie in der zweiten Runde auf die Japanerin Miho Saeki traf, unterliefen Kurnikowa in einem Match 31 Doppelfehler. Umso beeindruckender ist die Tatsache, dass sie am Ende trotzdem als Siegerin vom Platz ging.

Die meisten Grand-Slam-Finals in Folge

Es ist allgemein bekannt, dass Graf zu den größten Spielerinnen aller Zeiten gehört. In ihrer 17-jährigen Profikarriere gehörte sie stets zu den Favoriten, doch Ende der 1980er-Jahre dominierte sie den Sport regelrecht. Bei 13 Grand-Slam-Turnieren in Folge, von der French Open 1987 bis zur French Open 1990, erreichte sie immer das Finale. Neun davon konnte sie zudem gewinnen.

Die meisten Grand-Slam-Einzeltitel

Im Finale der US Open 1973 traf die Australierin Margaret Smith Court auf ihre Landsfrau Evonne Goolagong Cawley. Court gewann nach drei Sätzen mit 7:6, 5:7 und 6:2, und sicherte sich so ihren 24. Grand-Slam-Titel im Einzel. Ein Rekord, der jedoch zu wackeln scheint: Der derzeit Zweitplatzierten in dieser Kategorie, Serena Williams, fehlt nur noch ein Titel um mit Court gleichzuziehen.

Die meisten Einzeltitel

Vor der Ära Graf galt Martina Navrátilová als das Ausnahmetalent im Tennis. Die US-Amerikanerin mit tschechoslowakischen Wurzeln konnte in ihrer Karriere insgesamt 18 Grand-Slam-Titel gewinnen. Nicht weniger beeindruckend ist ihre Statistik von 167 Einzeltiteln – eine bis heute unerreichte Bestmarke. Nimmt man ihre Siege im Doppel noch hinzu, stehen ihr sogar 344 Titel zu Buche.

Die älteste WTA-Turniersiegerin

Doch der Rekord der meisten Einzeltitel ist nicht der einzige, der auf das Konto von Navrátilová geht. Im Jahr 2000, sechs Jahre nachdem sie ihren Rücktritt vom Tennis bekannt gegeben hatte, startete sie ihr Comeback.

 

Navrálitovás letzter großer Titel

Weitere sechs Jahre später, im Alter von 49 Jahren und 46 Wochen, nutzte sie im Mixed-Finale der US Open 2006 ihre letzte Chance auf einen Grand-Slam-Titel – und das mit Erfolg. Mit ihrem insgesamt 59. Grand-Slam-Titel im Gepäck beendete sie ihre Karriere endgültig.

Der Golden Slam

Dass Steffi Graf eine Koryphäe ihres Sports war, hat sie mit ihren Erfolgen und Rekorden zu Genüge bewiesen. Doch zum Höhepunkt ihrer Karriere gelang ihr etwas, dass die Tenniswelt bis dahin noch nie gesehen hatte: Der Golden Slam.

1988 gewann die damals 20-jährige Deutsche innerhalb eines Kalenderjahres alle Grand-Slam-Turniere sowie Olympia-Gold im Einzel. Bis heute ist dieses Kunststück keiner anderen Tennisspielerin und keinem anderen Tennisspieler gelungen.

 

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* Die Rechte am Bild liegen bei Dave Caulkin / AP Photos *

Über den Autor
Von
Lionel Weinmann

Lionel studiert aktuell Geschichte und Philosophie an der Universität Tübingen. Derzeit absolviert er ein Praktikum bei der Firma mmc sport in München. 

Neben seiner Leidenschaft für den Fußball zeigt er großes Interesse für US-Sportarten wie American Football und Basketball.