Diese Woche ist es wieder soweit: Nach langer Pause nimmt die UEFA Europa League wieder Fahrt auf. Auch wenn sie nun im Schnelldurchlauf zu Ende gespielt wird, können wir packende Begegnungen und große Fußballmomente erwarten.

 

Eine gute Gelegenheit um auf die größten Finalbegegnungen in der Geschichte des UEFA-Cups, der heutigen Europa League, zurückzublicken. Egal ob tragische Helden oder große Sensationen, wir zeigen euch die spektakulärsten Europa League Finals:

Bayer 04 Leverkusen – Espanyol Barcelona

Nach dem Final-Hinspiel gegen Espanyol Barcelona sah es ganz danach aus, als ob Bayer 04 Leverkusen noch ein wenig auf seinen ersten internationalen Titel warten müsse. Mit 0:3 trat man die Heimreise aus Spanien an, wirklich Freude auf das Rückspiel machte sich dadurch nicht breit. Und zwei Wochen später empfing die Werkself schließlich den katalanischen Gast, der sich schon als der sichere Sieger fühlte.

Und danach sah es auch nach der ersten Halbzeit aus, torlos ging es in die Kabine. Doch nach 57 Minuten der erste Hoffnungsschimmer: Der Brasilianer Tita stocherte den Ball nach Vorarbeit von Herbert Waas ins Netz. Nur sechs Minuten später lässt der frisch eingewechselte Klaus Täuber auf dem Flügel alle Gegenspieler hinter sich und flankt scharf in die Mitte, wo Falko Götz per Flugkopfball auf 2:0 erhöht.

Die Fans im Stadion und zuhause wussten nun, dass die Sensation zum Greifen nah ist. Und tatsächlich: Der Südkoreaner Bum-kun Cha erzielt in der 81. Minute das 3:0. Damit retteten sich die Leverkusener in die Verlängerung, wo es nach weiteren torlosen 30 Minuten schließlich ins Elfmeterschießen ging.

 

Alle Leverkusener Tore mit Live-Kommentar

Sinnbildlich für die beiden Finalspiele war, dass nach drei ausgeführten Elfmetern Bayer zunächst mit 0:2 zurücklag. Einmal mehr musste das Team von Erich Ribbeck seine Comeback-Qualitäten unter Beweis stellen – und das tat es. Die Spanier zeigen Nerven, während Bayer nach Täubers Treffer mit 3:2 führte. Espanyols Losada tritt zum entscheidenden Elfmeter an – und schießt drüber. Noch bevor der Ball wieder den Boden berührt brechen alle Dämme. Leverkusen gewinnt den UEFA-Pokal!

FC Porto – Celtic Glasgow

Es war die Geburtsstunde von „The Special One“: José Mourinho hatte erst in der Vorsaison das Traineramt beim FC Porto übernommen. Nachdem er in seiner Debütsaison Dritter in der Liga wurde versprach er den Fans, im nächsten Jahr den Meistertitel zu holen. Dieses Versprechen hielt er und konnte ein paar Wochen später sogar noch einen draufsetzen.

Denn im Finale des UEFA-Cups 2003 in Sevilla traf ein Porto ohne großen Namen im Team auf Celtic Glasgow, die unter anderem den schwedischen Superstar Henrik Larsson im Sturm hatten. Aber davon ließ sich Mourinhos Team nicht beeindrucken, und ging kurz vor dem Halbzeitpfiff mit 1:0 in Führung.

Nach dem Seitenwechsel nahmen beide Teams aber erst richtig Fahrt auf. Es dauerte nur zwei Minuten bis Larsson zum Ausgleich traf. In der 54. Minute schoss Dimitri Alenitschew das Tor zur erneuten Porto-Führung, ehe Larsson lediglich drei Minuten später wieder ausglich. So ging es mit 2:2 in die Verlängerung, in der Derlei mit seinem zweiten Treffer des Abends für den 3:2-Endstand sorgte.

FC Liverpool – Deportivo Alavés

Den Fans im Dortmunder Westfalen Stadion bot sich im Finale zwischen dem FC Liverpool und Deportivo Alavés am 16. Mai 2001 ein Fußballspektakel der Extraklasse. Neun Tore, Verlängerung, zwei Platzverweise und das wohl tragischste Eigentor der UEFA-Cup-Geschichte. Aber von Anfang an:

Das Spiel war noch keine vier Minuten alt, da köpfte der Deutsche Markus Babbel den FC Liverpool mit 1:0 in Front. Steven Gerrard erhöhte nur zwölf Minuten später auf 2:0. Und obwohl Iván Alonso wenig später auf 2:1 verkürzte, waren die Hoffnungen von Deportivo nach den 3:1 in der 41. Minute verschwindend gering.

Doch die Spanier zeigten Comeback-Qualitäten – mehrmals. Nur sechs Minuten nach dem Beginn der zweiten Halbzeit sorgte Javi Moreno mit seinem Doppelpack für den 3:3-Ausgleich, ehe Robbie Fowler die Reds in der 73. Minute wieder in Führung brachte. Deportivo gab indes nicht auf und kämpfte bis zur letzten Minute.

 

Alle Tore des UEFA-Cup-Finals 2001

Und tatsächlich: Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit sprang Jordi Cruyff, Sohn des legendären Johan Cruyff, nach einer Ecke höher als seine Gegenspieler und sorgte für das späte 4:4. Es ging in die Verlängerung, die damals noch mit der „Golden Goal“-Regel gespielt wurde, wo das Drama dann perfekt war. Nachdem Deportivo zwei Gelb-Rote Karten gesehen hatte, konnte es dem Angriffsdruck Liverpools nicht mehr viel entgegenstellen.

In der 117. Minute wurde Deflí Geli schließlich zum tragischen Held dieses Finals. Nach einer Freistoßflanke stieg der Spanier im eigenen Strafraum am höchsten und überwand seinen Keeper per Kopf mit seinem „Goldenen Eigentor“ zum 5:4-Endstand für Liverpool.

FC Schalke 04 – Inter Mailand

Wenn man einen Schalker nach dem größten Trainer der Vereinsgeschichte fragt, hört man mit großer Wahrscheinlichkeit den Namen Huub Stevens. Nicht umsonst wurde er anlässlich des 100-jährigen Bestehens des FC Schalke 04 im Jahr 2004 von Fans zum Jahrhunderttrainer gewählt. Bereits in seiner ersten Saison bei den Königblauen machte er sich dort unsterblich.

Im UEFA-Cup-Finale 1997 traf man auf die italienische Topmannschaft Inter Mailand, und konnte – zum Erstaunen vieler Kritiker – das Hinspiel daheim mit 1:0 gewinnen. Den Treffer des Tages erzielte dabei der Belgier Marc Wilmots. Das Rückspiel im Giuseppa-Meazza-Stadion blieb lange torlos, doch Inters Ivan Zamorano rette sein Team mit dem späten 1:0 in die Verlängerung.

Diese war genauso hart umkämpft wie die vorherigen beiden 90 Minuten und endete schließlich torlos – es ging ins Elfmeterschießen. Dort fanden die Mailänder in Jens Lehmann letzten Endes ihren Meister. Der spätere deutsche Nationaltorwart parierte zwei Elfmeter und sicherte den „Eurofightern“ von Coach Stevens ihren größten Titel der Vereinshistorie.

 

 

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* Die Rechte am Bild liegen bei Frank Augstein / AP Photos *

Über den Autor
Von
Lionel Weinmann

Lionel studiert aktuell Geschichte und Philosophie an der Universität Tübingen. Derzeit absolviert er ein Praktikum bei der Firma mmc sport in München. 

Neben seiner Leidenschaft für den Fußball zeigt er großes Interesse für US-Sportarten wie American Football und Basketball.