Die Blütezeiten der Bremer liegen nun schon einige Jahre zurück. Das Bundesligagründungsmitglied, das Mitte der Zweitausender-Jahre noch große Erfolge feiern durfte, kämpft seither Saison um Saison gegen den Abstieg.

Ganz anders schaut es da beim FC Bayern aus. Die Münchner könnten am heute  in der Partie gegen Werder ihre 30. Meisterschaft perfekt machen – falls Dortmund am Mittwoch entsprechen spielt. Doch die Bremer waren nicht immer so hoffnungslos unterlegen, wie es die letzten Jahre vermuten lassen würden.

Tatsächlich sind die Werderaner hinter Dortmund und Frankfurt das Team, das den Bayern die meisten Niederlagen zufügen konnte. Und genau deshalb blicken wir auf ein paar Partien zurück, bei denen sowohl Bayern als auch Bremen die Nase vorne hatte.

32. Spieltag, 08.05.2004:  Bayern München – Werder Bremen 1:3

Die Grün-Weißen dümpeln seit einiger Zeit im Tabellenmittelfeld oder gar um die Abstiegsplätze herum, doch vor rund 15 Jahren war das komplett anders.

 

Zwei Spieltage vor Saisonende sicherten sich die Werderaner mit einem 3:1-Sieg bei den Münchner Bayern vorzeitig die seither letzte Meisterschaft und holten im selben Jahr sogar mit dem Gewinn des DFB Pokals das Double. Torschützenkönig wurde außerdem ein gewisser „Kugelblitz“ Ailton von Werder Bremen.

 

Ailton wurde in der Saison 2003/04 Torschützenkönig.

Es war ein Spiel, das über alle Strecken von den Bremern nach Belieben diktiert wurde. Und so führten diese bereits nach 35 Minuten mit 3:0. Auch der Ehrentreffer für die Bayern in der 56. Minute konnte das Spiel nicht mehr gefährlich werden lassen. Der SV Werder wurde unter Thomas Schaaf zum vierten Mal Deutscher Meister und landete vor den zweitplatzierten Bayern.

5. Spieltag, 20.09.2008: Bayern München – Werder Bremen 2:5

Auch das nächste Aufeinandertreffen konnte die Weserelf für sich entscheiden. Es war ein denkwürdiger 5:2-Erfolg in München und hätte zwischenzeitlich sogar die höchste Klatsche der Bayern gegen Werder bedeuten können, als die Bremer zur 67. Minute schon 5:0 in Führung lagen.

Bremen war die aktivere Mannschaft und ließ den Hausherren keine Chance. Torschützen waren für die Hanseaten unter anderem Mesut Özil, Markus Rosenberg (2) und natürlich Claudio Pizarro. Und auch der Doppelpack von Borowski zum 5:2-Endstand war nicht mehr und nicht weniger als Ergebniskosmetik.

Diese Partie stellt zeitgleich aber auch den vorerst letzten Sieg der Bremer über die Bayern in über 20 Partien dar – vielleicht können sie das Wunder heute Abend ja wiederholen.

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15. Spieltag, 07.12.2013: Werder Bremen – Bayern München 0:7

Diese Partie würden die meisten Anhänger des SV Werder wohl am liebsten schnell wieder vergessen, denn damals fügten die Münchner den Bremern die höchste Heimniederlage in ihrer langen Bundesligahistorie zu. Die Bremer waren das ganze Spiel über macht-und chancenlos gegen die um Klassen stärkeren Bayern.

 

Franck Ribéry lässt seine Karriere in Florenz ausklingen.

Besonders bitter: der Kantersieg hat mit einem Eigentor der Werderaner angefangen und fortan seinen Lauf genommen. Besonders auffällig war in der Partie damals Franck Ribery, der zwei Tore selbst erzielte und zwei vorbereitete.

Pokalhalbfinale, 24.04.2019: Werder Bremen – Bayern München 2:3

Nachdem die ersten drei Partien schon etwas länger zurückliegen, blicken wir jetzt noch einmal auf ein aktuelleres Duell der beiden Vereine.

Das Pokalhalbfinale der letzten Saison schien genauso zu enden, wie es bereits im Vorfeld erwartet wurde: Der damalige Tabellenführer lag im Weserstadion in der 63. Minute bereits mit 2:0 in Führung. Doch dann begann die furiose Aufholjagd der Grün-Weißen. Binnen einer Minute gelang Werder zunächst der Anschlusstreffer durch Osako (74.) und dann der Ausgleich durch Rashica (75.).

Die Stimmung an der Weser war so atemberaubend wie schon lange nicht mehr, denn plötzlich merkten sowohl die Fans als auch die Mannschaft, dass das letzte Wort in diesem Spiel noch nicht gesprochen war.

Die Bremer wurden mit dem Publikum im Rücken wieder aktiver und trauten sich mehr und Bayern ließ die eine oder andere Chance zu, blieben aber auch selbst immer gefährlich. Doch dann kam es, wie es kommen musste… der berühmte „Bayern-Dusel“ nahm seinen Lauf.

In der 80. Minute zeigte der Schiedsrichter Daniel Siebert auf den Punkt, als Kingsley Coman im Strafraum vermeintlich von Gebre Selassi zu Boden gebracht wurde. Der Videoschiedsrichter sah keine deutliche Fehlentscheidung, schaltete sich also nicht ein, Lewandowski übernahm Verantwortung und erhöhte auf den 3:2 Endstand.

Doch das Bitterste ist wohl, dass der Elfmeter eine Fehlentscheidung war, wie Dr. Jochen Drees, Projektleiter für den Bereich Video-Assistent beim DFB, bereits am folgenden Tag bekannt gab. Den Bremern konnte dadurch natürlich aber nicht mehr geholfen werden…

*Die Rechte an dem Bild liegen bei Jan Pitman/ AP Photo*

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