Michael Chang (17 Jahre, 110 Tage)

Vier Jahre lang gehörte der Rekord des jüngsten männlichen Grand-Slam-Sieger Boris Becker, bis der 118 Tage jüngere Michael Chang ihm diesen aus den Fingern riss.

Der gebürtige US-Amerikaner fiel vor allem durch seine verhältnismäßige kleine Körpergröße und seine oft unorthodoxe Spielweise auf. Besonders Ivan Lendl verzweifelte an dieser in einem legendären Achtelfinale über fünf Sätze, in dem Chang nach vermehrten Krämpfen kurz davor war, das Spiel aufzugeben.

Im Finale traf er auf den Schweden Stefan Edberg, welchen er in einem ebenso dramatischen Endspiel mit 6:1, 3:6, 4:6, 6:4, 6:2 besiegte. Es sollte leider der einzige Grand-Slam-Titel des Ausnahmetalentes sein, dieser wird Tennis-Fans jedoch noch einige Jahre in Erinnerung bleiben.


Maria Sharapova (17 Jahre, 75 Tage)

Die nächste Person auf unserer Liste wird vermutlich deutlich mehr Menschen ein Begriff sein – Maria Sharapova ist ohne Frage eine der erfolgreichsten Spielerinnen der späten 2000er und frühen 2010er.

shara

Den Startschuss ihrer großartigen Karriere bildete ihr erster Grand-Slam-Triumph in Wimbledon 2004. Als gesetzte Nummer 13 stand die gebürtige Russin am Ende des Turniers überraschend im Finale. Dort besiegte die nervenstark aufspielende 17-Jährige die Titelverteidigerin Serena Williams mit 6:1, 6:4 und gewann als erste Russin und drittjüngste Spielerin in der Turniergeschichte auf dem heiligen Rasen.

In den darauffolgenden Jahren stieg der Aufwärtstrend ihrer Karriere weiterhin steil an. 2005 und 2006 erreichte sie in sechs der acht Grand-Slam-Turniere das Halbfinale, gewann sogar eins davon und stieg in der Weltrangliste auf Platz 1 auf. 2012 krönte sie ihre bereits großartige Karriere, indem sie ihren Karriere Grand-Slam vervollständigte.


Tracy Austin (16 Jahre, 270 Tage)

Etwas unbekannter, aber keinesfalls unbedeutender ist die gebürtige US-Amerikanerin Tracy Austin. Im Alter von nur 14 Jahren gewann Austin ein WTA-Turnier in Portland und sicherte sich somit noch für dasselbe Jahr einen Platz für Wimbledon.

austin

Nur knapp zwei Jahre später, im reifen Alter von 16 Jahren, stand sie schließlich im Finale der US-Open und gewann dieses gegen die erfahrene Chris Evert überzeugend mit 6:4, 6:3. Es sollte nicht der einzige Grand-Slam-Titel der Überfliegerin sein, denn bereits zwei Jahre später konnte sie das gleiche Turnier erneut gewinnen.

1992 wurde Austin als bislang jüngste Spielerin in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen.


Monica Seles (16 Jahre, 189 Tage)

Mit insgesamt neun Grand-Slam-Titeln im Laufe ihrer Karriere ist die gebürtige Jugoslawierin nicht nur die zweitjüngste Grand-Slam-Siegerin, sondern auch eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen überhaupt.

Mit nur 16 Jahren und erst in ihrem zweiten Jahr als professionelle Tennisspielerin stand Seles im Finale der French Open Steffi Graf gegenüber. Diese hatte über die letzten Jahre die Tennisszene dominiert wie keine andere zuvor und war bis zu diesem Zeitpunkt in 66 aufeinanderfolgenden Partien ungeschlagen. Seles blieb von alldem unbeeindruckt und schlug Graf in nur zwei Sätzen.

Nur drei Jahre und sieben weitere Grand-Slam-Titel später nahm Seles Karriere allerdings eine dramatische Wende, als sie während einer Partie von einem Mann niedergestochen wurde.

Zwei Jahre lang hörte man von dem Ausnahmetalent nichts, bis sie 1995 ihr lang ersehntes Comeback feierte und nur ein Jahr später unglaublicher weise ihren neunten Grand-Slam-Titel gewinnen konnte.

Das volle Potenzial ihrer Karriere, wäre sie denn nicht so brutal unterbrochen worden, bleibt bis heute eines der größten „What-ifs“ des Tennissports – man wird leider nie mehr als nur spekulieren können. 


Martina Hingis (16 Jahre und 177 Tage)

Exakt zwölf Tage jünger und damit die jüngste Grand-Slam-Siegerin aller Zeiten war Martina Hingis, als sie 1997 die Australian Open gewinnen konnte.

Bereits mit 14 Jahren gab die Schweizerin ihr Debüt auf der Profi-Tour und überzeugte schon früh mit einem Spielverständnis, das dem von erfahrenen Profis gleichkam.

hingis

Nachdem sie ein Jahr zuvor bereits in Wimbledon das Doppel-Turnier gewann, stand sie 1997 im Einzel-Finale der Australian Open der Französin Mary Price gegenüber und demolierte diese mit 6:2, 6:2.

Es war der Startschuss zu einer großartigen Karriere: 209 Wochen verbrachte sie im Laufe ihrer Karriere auf Platz 1 der Weltrangliste und gewann insgesamt 18 Grand-Slam-Turniere, dreizehn davon im Doppel.


 

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*Die Rechte an allen Fotos in diesem Artikel liegen bei AP Photos*

Veröffentlichungsdatum: 23.05.22

 

Über den Autor
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Linus studiert derzeit im 4. Semester Sportwissenschaft an der Technischen Universität München. Seit März absolviert er im Rahmen seines Studiums sein Pflichtpraktikum bei mmc sport in München.

Neben Fußball interessiert er sich insbesondere auch für Handball und Basketball.

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